Broadblue 385 oder Mahe 36?

Erstwasserung Mahe 36Und nun also die Mahe 36

Diese zu übernehmen, solange nicht der gesamte Betrag auf dem Konto der Werft ist – ist nicht möglich. Ebenfalls ungewöhnlich ist die Übergabeabwicklung. Der Deutsche Exporteur (mit Sitz in Luxemburg) kauft das Schiff von der Werft und übergibt es nach Bezahlung an den Eigner. Damit die Kalkulation des recht günstigen Einsteigerpaketes Rechnung getragen werden kann, wird das Schiff in Luxemburg versteuert und ein Profi segelt es zum nächsten möglichen Hafen außerhalb Frankreichs. Mit dem Abstempeln der dortigen Hafenbehörde ist das Schiff formell aus Frankreich gebracht worden (und könnte sofort wieder zurück).

Der Eigner wurde professionell innerhalb von 2 Tagen in sein Schiff eingewiesen (auf Deutsch und mit allen Anleitungen in Deutsch, da der Eigner fast kein Fremdwort versteht) – da geht ein herzlicher Dank an www.IberoCats.de  (die auch die weitere Garantie übernehmen und weiterhin der Deutsche Ansprechpartner, mit Basis in Mallorca, sind), bei der Herr Kohlhas sogar noch eine Werksführung mit eingebunden hat.

Die Mängelliste beim Übernahmeprotokoll war recht kurz und innerhalb eines Tages vom Werksteam behoben. Kein Wunder – die Werft wird in Kürze die 200ste Mahe 36 „vom Band lassen“. Leider waren die Seitenscheiben, selbst nach 2 Nachreparaturen bereits im Atlantik wieder undicht.

 Der Eigner kommt aus der Camper-Szene und seine Segelleidenschaft gehörte einem Strandkat. Ich glaube es ist also nicht ganz unvernünftig für die ersten Manöver einen „Profi-First Maat“ anzuheuern. Zusammen wurde beladen, nötiges nachgerüstet und die erste Seekrankheit überwunden. Eigentlich ist die Mahe 36 ein sehr spartanisches Schiff – auf den 2ten Blick, aber ist das Schiff, selbst in der Standardausführung ein typisch französisches Produkt. Schnittiges Design mit elegantem hellem Holz kombiniert. Das Nötige ist eingebaut und Schnickschnack wurde bewusst weg gelassen. Keine Sorge – die Eigner sorgen bald für eine gewaltige Überladung. Stauraum ist genug da.

 Segeltraining und Praxistipps10Der Steuerstand verdient hier seinen Namen voll und ganz. Bis auf die Reffs (da keine Einleinenreffanlage) wird alles vom Lenkrad aus bedient. Leider sind die 40er Harkenwinschen etwas mickrig für das Großfall ausgelegt. Die Leinen und Schoten sind aber so prima verlegt das nichts im Weg umgeht und wirklich fast jedes Manöver vom Steuerstand gefahren werden kann. 2 weitere Klemmen würden das noch unterstützen. Ein echtes Einhand-Schiff. Nachgerüstet ebenfalls mit 4x Solar und modernstem Computer-Nav-System (s. SEA NavCD) ist die Navigation für den Eigner schnell erlernt (Praxis vor Ort) und der RayMarine Autopilot mit Wind und Tiefe ergänzen die Ausrüstung. Natürlich wird an jedem Schiff nach - und umgebaut – Kopfschütteln - bei jedem Jachtelektrikerob aber die Elektrik von Fountaine Pajot dem CE Zeichen wirklich gerecht wird wage ich zu bezweifeln (s. Bild). 

Seglerisch ist sie leicht zu händeln – wenngleich Regattaambitionen mit fehlenden Travellerschienen und Trimmoptionen hinten anzustellen wären. Es ist ein CruiserKat. Breite Betten, gemütliche Kabinen und große Bäder in den Rümpfen. Ausreichend Lebensraum im Salon mit Küche und dem klasse verarbeiteten Cockpit. Ein großer Tisch lädt zum Leben auf dem „Balkon“ ein. Das Dach darüber ist genial. Für Arbeiten am Lazybag und am Groß ist es mit einem breiten Steg aus Kunststoff voll begehbar. Nahtlos schließen sich Persenningteile über Edelstahl gezogen an diesen Steg an. Vorbereitete Kunststoffreißverschlüsse laden zu Erweiterungen bis zur Reling ein oder verwandeln es in eine (typisch „Deutsch-Englische“) Campinghütte. Downwind bis 20kt = BlisterEine der wertvollsten „Erweiterungen“ war aber bestimmt der Kauf eines weiteren Vorsegels – ein Blister. Von La Rochelle bis Gibraltar war er zu 70% unser Hauptsegel und kann bis zu Kursen 90° am Wind gefahren werden. Mit etwas mehr „Erfahrung“ wird der Eigner bestimmt viel Freude an diesem Schiff haben. Er möchte aber auf meinen Rat hören – ein Ankerplatz ist etwas anderes, wie ein Stellplatz für einen Camper  - und Umbauten an Elektrik und Gas sollten zumindest von einem Fachmann abgenommen werden. 

Ich wünsche beiden Eignern, die die nächste Zeit das Mittelmeer unsicher machen möchten – Fair Winds und viel Spaß am Entdecken und Reisen.



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